Werbung per Brief statt Mail?

Ein interessantes Phänomen: allein durch die Übersetzung eines Wortes, verändert es gänzlich seine Bedeutung, wenn auch nicht aus strikt linguistischer Perspektive, so aber doch im allgemeinen Sprachgebrauch. Ein Brief wird von einem Postbeamten ausgetragen und landet in einem entsprechenden Metallkästchen. Ein(e) Mail wird über das Internet verschickt und ist weder einkuvertiert noch frankiert. Ist es heute noch zeitgemäß, Werbematerial in nicht-digitaler Form zu verbreiten? Das hängt von den finanziellen und logistischen Möglichkeiten des Unternehmens ebenso ab wie von dessen inhaltlichen Schwerpunkten.

Praktische Umsetzung
Zuerst muss darüber entschieden werden, welcher Art das Werbematerial sein soll. Handelt es sich rein um Informationen, ist der elektronische Versand kosteneffizienter, bietet aber trotzdem weniger Möglichkeiten was die grafische Gestaltung betrifft. Sobald zusätzlich noch etwa Kataloge, Datenträger wie CDs und DVDs oder kleine Werbegeschenke unter die Leute gebracht werden sollen, bleibt der klassische Postweg kaum erspart. Eine Stufe davor steht der so genannte Lettershop, der tatsächlich genau das darstellt, was man sich unter der Bezeichnung vorstellen kann, nämlich ein Geschäft für Briefe. Etwas konkreter ausgedrückt, handelt es sich um ein Unternehmen, das die Poststücke versandbereit macht, also adressiert, verpackt und – besonders heikel – die einzelnen Bestandteile zusammenfügt. Eine professionelle, und daher Software-unterstützte Durchführung garantiert, dass Herr Meier nicht Frau Müllers Schreiben erhält, was den Werbeeffekt definitiv nicht verbessern würde.

Gestaltung
Es gibt fast unendlich viele Möglichkeiten der grafischen und sprachlichen Gestaltung einer Werbeaussendung, oder auch „Anpreisung“ genannt. Das gleiche kann von Poststücken gesagt werden, die nicht direkt der Vermarktung dienen, wie etwa Informationen über karitative Einrichtungen, Spendenaufrufe oder Veranstaltungseinladungen. Allerdings ist es nicht nötig, eine Grafik- oder Marketingausbildung absolviert zu haben, um auf diesem Weg sein Unternehmen zu bewerben, da die Post selbst eine recht breite Auswahl an Gestaltungsvorlagen anbietet. Wem das zu wenig originell ist, bleibt immer noch sich selbst kreativ zu betätigen. Wo, wenn nicht in der Werbung gilt nach wie vor: Erfindungsreichtum siegt.